Mary Slessor, schottische Missionarin im Osten Nigerias, wurde 1848 in Aberdeen geboren. Ihr Vater, ein Schuhmacher, war Alkoholiker und ihre Mutter eine zutiefst religiöse Frau. Die Familie zog 1858 nach Dundee, wo Slessor im Alter von elf Jahren begann, in den Leinenfabriken zu arbeiten. Sie trat dem örtlichen christlichen Jugendclub bei und wurde von der Berufung zur Missionarin überzeugt.
1876 stimmte die United Presbyterian Church zu, sie als Missionslehrerin nach Calabar zu schicken. Sie arbeitete zunächst in den Missionen in Old Town und Creek Town, ging aber 1888 allein, um bei den Okoyong zu arbeiten. Für den Rest ihres Lebens lebte Slessor ein einfaches Leben in einem traditionellen Haus mit Afrikanern und konzentrierte sich auf den Pionierdienst. Ihr Beharren auf einsamen Stationen führte oft zu Konflikten mit den Behörden und verschaffte ihr den Ruf, etwas exzentrisch zu sein, doch in Großbritannien wurde sie als „weiße Königin von Okoyong“ gefeiert. Sie war nicht in erster Linie eine Evangelistin, sondern konzentrierte sich auf die Beilegung von Streitigkeiten, die Förderung des Handels, die Einführung sozialer Veränderungen und die Einführung westlicher Bildung.
Slessor setzte sich häufig gegen Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen ein, nahm Ausgestoßene auf und adoptierte ungewollte Kinder. 1892 wurde sie zur Vizekonsulin in Okoyong ernannt und leitete dort das einheimische Gericht. 1905 wurde sie zur Vizepräsidentin des einheimischen Gerichts von Ikot Obong ernannt. 1913 wurde ihr der Orden des Heiligen Johannes von Jerusalem verliehen. Slessor litt in ihren späteren Jahren unter gesundheitlichen Problemen, blieb aber in Afrika, wo sie 1915 starb.
Mary Slessor lebte lange Zeit unter dem Efik-Volk in Calabar im heutigen Nigeria. Dort kämpfte sie erfolgreich gegen die Tötung von Zwillingen im Säuglingsalter.
Hexerei und Aberglaube waren in Nigeria weit verbreitet, als sie dort ankam, weil die traditionelle Gesellschaft durch den Sklavenhandel auseinandergerissen worden war. Auf den Tod eines Würdenträgers im Dorf folgten regelmäßig Menschenopfer, und der rituelle Mord an Zwillingen betrachtete der neue Missionar mit besonderem Abscheu. Ihre engagierten Bemühungen, diesem irrationalen Aberglauben zuvorzukommen, erwiesen sich als voller Erfolg, wie Fotos von Maria mit ihren geliebten Kindern bezeugen.
Sie starb dort 1915 in Calabar und erhielt ein Staatsbegräbnis
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