Humanists International ist zutiefst besorgt darüber, dass zwei Mitglieder der Humanistischen Union Griechenlands, Herr Panayote Dimitras und Frau Andrea Gilbert, diesen Monat vor Gericht stehen, nachdem sie eine Beschwerde über die antisemitische Hassrede eines hochrangigen griechisch-orthodoxen Bischofs eingereicht haben.
Im April 2017, nachdem ein hochrangiger religiöser Führer der griechisch-orthodoxen Kirche – bekannt als Metropolit Seraphim von Piräus – eine Erklärung veröffentlicht hatte, in der er sich auf bekannte antisemitische Verschwörungstheorien rund um die „globale jüdische Vorherrschaft“ bezog, reichten Dimitras und Gilbert ein eine Beschwerde gegen ihn.
Ihre bei der Abteilung zur Bekämpfung rassistischer Gewalt (Abteilung Attika) eingereichte Beschwerde forderte, dass der Bischof für „Hassrede und Missbrauch des kirchlichen Amtes“ zur Rechenschaft gezogen werden solle, die beide Verbrechen im Sinne des griechischen Strafgesetzbuchs darstellen.
Die griechischen Behörden beschlossen, als Reaktion auf die Beschwerde keine Maßnahmen gegen den Bischof zu ergreifen, sondern erhoben stattdessen Strafanzeige gegen Dimitras und Gilbert. Aufgrund ihrer Beschwerde werden die Menschenrechtsaktivisten wegen des Verbrechens der „falschen Anschuldigung“ gemäß Artikel 229 des griechischen Strafgesetzbuchs strafrechtlich verfolgt. Dimitras und Gilbert müssen sich am 15. Februar 2022 vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen mehr als zwei Jahre Gefängnis.

Panayote Dimitras, Sprecher der Humanistischen Union Griechenlands, sagte:
„Das griechische Gericht muss am 15. Februar 2022 entscheiden, ob das, was die griechischen Juden als ‚antismetisches Delirium‘ bezeichneten und von diesem Bischof geäußert wurde, tatsächlich Teil der offiziellen Doktrin der griechischen Kirche und somit ein allgemeiner Wert im Griechenland des 21. Jahrhunderts ist.“
Humanists International fordert die griechische Regierung auf, alle Anklagen gegen Dimitras und Gilbert sofort fallen zu lassen, und verurteilt die Tatsache, dass gegen sie missbräuchliche Strafanzeigen drohen, weil sie sich gegen die Förderung von Rassismus und Hassreden durch einen religiösen Führer ausgesprochen und Menschenrechte und Nichtrechtler verteidigt haben. Diskriminierung.