In einer per Video übertragenen Stellungnahme auf Spanisch im Rahmen des Tagesordnungspunktes 8 zur Wiener Erklärung kritisierte Diego Andrés Vargas, Projektleiter der Fundación Oniros Philosophie (einem assoziierten Mitglied von Humanists International), die Rolle der katholischen Kirche in der Geschichte der Gewalt in Kolumbien. Er hob Fälle hervor, in denen katholische Priester paramilitärische Gruppen unterstützt hatten. Zwar habe die Kirche an Versöhnungsbemühungen teilgenommen, doch habe sie sich nie offiziell für ihre Mitschuld entschuldigt.
Die Erklärung äußerte auch Bedenken hinsichtlich des Einflusses religiöser Gruppen auf indigene Rechte und den Umweltschutz. Sie verwies auf die von mennonitischen Gemeinschaften verursachte Abholzung, die zur Aushöhlung indigener Landrechte in Kolumbien und anderswo beigetragen hat. Die Wiener Erklärung erkennt die Bedeutung des Schutzes indigener Rechte und der gerechten Befriedigung ökologischer Bedürfnisse an, doch religiöse Institutionen werden beschuldigt, diese Prinzipien zu verletzen.
Darüber hinaus verurteilte Vargas Kolumbiens Politik, religiösen Institutionen Steuerbefreiungen zu gewähren. Er argumentierte, dass dem Staat dadurch dringend benötigte öffentliche Gelder entzogen würden und Möglichkeiten für Korruption und Betrug geschaffen würden.
Die Erklärung wurde zwar in der Generaldebatte unter Tagesordnungspunkt 9 des Menschenrechtsrats abgegeben, doch Kolumbien und die Menschenrechtslage im Land werden regelmäßig vom Hohen Kommissar für Menschenrechte im Rat thematisiert.
Titelbild von Flavia Carpio auf Unsplash
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