Das Aussage wurde vom Advocacy Officer der Organisation, Leon Langdon, während der erste Podiumsdiskussion der Sitzung, die unter dem Thema „Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Konflikt-, Postkonflikt- und humanitären Situationen“ stattfand und an der führende Stimmen der UN und der Zivilgesellschaft teilnahmen.
Humanists International begrüßte den aktuellen Schwerpunkt der Diskussion, warnte jedoch, dass geschlechtsspezifische Gewalt in solchen Kontexten weder zufällig noch isoliert, sondern systematisch auftritt. Die Organisation betonte, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Konfliktgebieten in Vorstellungen militarisierter Männlichkeit und patriarchalischen Normen wurzelt, die oft durch religiöse Ideologien verstärkt werden. Diese sich überschneidenden Kräfte, so Langdon, schaffen Bedingungen, unter denen Vergewaltigung ist nicht nur erlaubt, sondern wird auch als Waffe eingesetzt.
Die Erklärung lenkte die Aufmerksamkeit auf die bisher wenig untersuchten Aspekte des Themas und stellte fest: religiöse Führer Obwohl sie potenziell wertvolle Akteure bei der Konfliktlösung sind, haben sie ihre Autorität allzu oft dazu missbraucht, Gewalt zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. „Wir haben erlebt, wie religiöse Führer nichtstaatlicher Gruppen Handbücher veröffentlicht haben, in denen sexuelle Sklaverei und die Vergewaltigung von Frauen und Mädchen gerechtfertigt werden“, warnte die Erklärung. Sie forderte einflussreiche Personen auf, Verantwortung für die Förderung der Menschenrechte und die Verhinderung von Gewalt in ihren Gemeinschaften zu übernehmen.
Humanists International betonte außerdem, dass LGBTI+-Personen in die Diskussion einbezogen werden müssten, und wies darauf hin, dass ihre Erfahrungen mit Gewalt und Ausgrenzung während bewaffneter Konflikte oft noch schlimmer würden.
Die Organisation forderte den Rat auf, die Verknüpfungen zwischen dem Menschenrechtsrahmen und der Friedens- und Sicherheitsagenda der UNO zu vertiefen und betonte, dass Krieg niemals die Aussetzung grundlegender Rechte rechtfertigen könne – insbesondere nicht des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung.
Das TafelUnter dem Vorsitz des Präsidenten des Menschenrechtsrats, SE Herrn Jürg Lauber, hielten Hochkommissar Volker Türk und die Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, eine Eröffnungsrede. Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten Grace Achan (Women's Advocacy Network Uganda), Nahla Haidar (Vorsitzende des Komitees zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau) und Clara Sandoval (Global Survivors Fund).
Frau Achan betonte in ihrem Schlussplädoyer die Rolle religiöser Führerinnen und Führer und schloss sich damit dem Beitrag von Humanists International an. Ebenso betonte Frau Haidar die Notwendigkeit stärkerer Synergien zwischen der Friedens- und Sicherheitsarchitektur der UN in New York und den Menschenrechtsorganisationen in Genf, die bereits in der Erklärung von Humanists International angesprochen worden waren.
Ausgewähltes Foto von Ahmed Akacha on Pexels.
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