Die Erklärung wurde im Rahmen eines interaktiven Dialogs mit der UN-Sonderberichterstatterin für kulturelle Rechte, Alexandra Xanthaki, abgegeben und bezog sich auf ihren jüngsten Bericht. Humanists International begrüßte die Schlussfolgerung des Berichts, dass Naturschutz und kulturelle Rechte nicht im Widerspruch zueinander stehen, und betonte, dass der Schutz der Natur mit der Achtung der universellen Menschenrechte vereinbar sei.
In ihrer Stellungnahme hob die Organisation das enorme, aber bisher kaum beachtete Ausmaß des Landbesitzes religiöser Organisationen hervor. Unter Berufung auf das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hieß es in der Erklärung, dass religiöse Organisationen derzeit 8 % der bewohnbaren Landfläche und 5 % der Wirtschaftswälder weltweit besitzen. Diese Konzentration verleiht diesen Gruppen einen überproportionalen Einfluss auf Klima und Kulturlandschaften und hat globale Auswirkungen.
Humanists International räumte zwar ein, dass einige Gruppen gute Praktiken anwenden, betonte aber gleichzeitig, dass andere diese konsequent verfehlen. In der Erklärung wurde detailliert dargelegt, wie die Ausweitung religiöser Missionen und landwirtschaftlicher Siedlungen im Amazonasgebiet und in Südostasien zur systematischen Zerstörung indigener Gebiete führte. Konkret verwies die Organisation auf Kolumbien, wo mennonitische Gemeinschaften riesige Wälder rodeten und damit die angestammten Gebiete der lokalen Stämme unmittelbar bedrohten.
Die Umweltarbeit der Organisation basiert auf der Erklärung von Reykjavik zur Klimakrise von 2019. Diese Erklärung, die von der globalen humanistischen Bewegung einstimmig verabschiedet wurde, verpflichtet Humanists International, dringende Klimaschutzmaßnahmen und eine nachhaltige Landnutzung zu fordern und den Umweltschutz nicht nur als politische Präferenz, sondern als grundlegendes Menschenrecht zu betrachten.
Zum Abschluss der Rede stellte Humanists International dem Sonderberichterstatter eine entscheidende Frage: Wie kann die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass private Landbesitzer, insbesondere religiöse Organisationen, ihre Pflicht zur Erhaltung des Landes formell als zwingende Voraussetzung für die Verwirklichung kultureller Rechte anerkennen?
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