Religiöse Spannungen zwischen Buddhisten und Muslimen in Südostasien gefährden Traditionen religiöser Toleranz und Koexistenz. IHEU verurteilt die Verletzung der muslimischen Minderheit – der Rohingya – aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen.
Die IHEU-Generalversammlung stellt fest, dass die Regierung Myanmars die Hauptverantwortung für die Rohingya-Flüchtlingskrise trägt. Die Regierung hat Hunderttausende Rohingya gezwungen, unter extremen Bedingungen in geschlossenen Lagern in Myanmar zu leben. Als Reaktion auf die steigende muslimische Geburtenrate in Myanmar hat die Regierung eine obligatorische Familienplanung eingeführt. Dies schränkt grundlegende Menschenrechte für die muslimische Bevölkerung ein. Tausende Rohingyas sind aus dem Land geflohen und Opfer von Menschenhändlern geworden, und Myanmar übernimmt nicht die Verantwortung, sie zu schützen.
Die IHEU-Generalversammlung in Valletta, Malta 2016:
- Verurteilt die Verletzung und Verweigerung der Menschenrechte des Rohingya-Volkes
- Bedauert der Einsatz der Religion zur Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen und zur Legitimierung von Diskriminierung
- Betont die Notwendigkeit, alle extremen Interpretationen von Religion zu bekämpfen, wo auch immer sie auftauchen
- Rejects die Vorstellung, dass der Islam eine Bedrohung für die buddhistische Religion und Kultur darstellt
Die IHEU-Generalversammlung fordert Folgendes:
- Die Regierung von Myanmar hebt umgehend alle diskriminierenden Maßnahmen und Beschränkungen auf, die sich gegen religiöse Gruppen richten.
- Die Vereinten Nationen richten eine unabhängige Untersuchung ein, um die mutmaßlichen Verletzungen internationaler Menschenrechte und religiöser Diskriminierung gegenüber den Rohingyas zu untersuchen.
- Die Regierung Myanmars ändert das Staatsbürgerschaftsgesetz, um internationalen Standards zu entsprechen.
- Die Regierung von Myanmar hebt umgehend die Blockade der Hilfs-, Nahrungsmittel- und medizinischen Versorgung der Rohingya-Lager auf.
- Alle Regierungen in der Region handeln sofort, um Migranten an Land zu bringen und humanitäre und medizinische Hilfe zu leisten.
- Die Regierung von Myanmar stellt diejenigen vor Gericht, die für schuldig befunden wurden, an den Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein.
Empfohlene akademische Referenz
„Die Situation der Rohingyas“, Humanists International, Generalversammlung, Valletta, Malta, 2016