MÜNDLICHE ERKLÄRUNG
Internationale der Humanisten
61. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats (23. Februar – 31. März 2026)
Jährliches Panel zur Integration der Menschenrechte
Sprecher: Leon Langdon
Vielen Dank, Herr Präsident.
Humanists International begrüßt das fortgesetzte Engagement dieses Rates für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). FGM zählt zu den gewaltsamsten Formen körperlicher und psychischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen und stellt eine Form der Folter sowie eine schwerwiegende Verletzung des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung dar.
Die Resolution von 2025 forderte zwar zu Recht die Entkopplung dieser rückständigen Praktiken von der Religion, doch sind wir weiterhin zutiefst besorgt darüber, dass religiöse Führer nach wie vor als Hauptförderer von FGM agieren. Allzu oft verstecken sich diese Führer hinter missbrauchten Begriffen wie „Tradition“ oder „Kultur“, um diese Praktiken zu verteidigen und fortzuführen.
Dieser Rat muss unmissverständlich klarstellen: Das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit darf niemals instrumentalisiert oder als Waffe eingesetzt werden, um die Verletzung der Rechte von Frauen und Mädchen zu rechtfertigen und um FGM oder andere schädliche traditionelle Praktiken zu rechtfertigen.
Digitale Technologien bieten vielfältige und wirkungsvolle Möglichkeiten, diese Praktiken zu bekämpfen. Sie können genutzt werden, um Fehlinformationen und Desinformation entgegenzuwirken und faktenbasierte Informationen zu verbreiten, die die Lügen widerlegen, mit denen FGM gerechtfertigt wird. Darüber hinaus ist es entscheidend, Mädchen direkten Zugang zu Informationen über ihre Rechte und die gesundheitlichen Folgen von FGM zu ermöglichen.
Die digitale Kluft bleibt jedoch ein großes Hindernis: Schätzungsweise 885 Millionen Frauen weltweit haben immer noch keinen Zugang zu Mobiltelefonen. Darüber hinaus müssen wir uns mit der Realität der Zwangskontrolle auseinandersetzen. In vielen patriarchalischen Gesellschaften – oft geprägt von konservativen religiösen Vorstellungen – wird der Zugang von Frauen zu Technologie durch Überwachung und Einschüchterung von Männern kontrolliert.
Wir fordern den Rat dringend auf, sicherzustellen, dass Opfer und gefährdete Personen vor weiteren Übergriffen geschützt werden, wenn sie versuchen, digitale Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Technologie muss dazu genutzt werden, die universellen Menschenrechte zu wahren, und darf nicht dazu dienen, neue Wege der Überwachung und Kontrolle zu schaffen.
Vielen Dank.
„Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung“, Humanisten International