Kinderrechte im Konflikt
- Datum / 2026
- Standort / Afghanistan
- Relevante Institution / UN-Menschenrechtsrat
- UN-Artikel / Punkt 3: Förderung und Schutz aller Menschenrechte, bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte
Internationale der Humanisten
61. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats (23. Februar – 31. März 2026)
Jährliche ganztägige Tagung über die Rechte des Kindes
Sprecher: Leon Langdon
Vielen Dank, Herr Vizepräsident.
Das Recht auf Bildung für Kinder in Konfliktgebieten ist von höchster Wichtigkeit. Die Folgen von Unterrichtsausfällen aufgrund von Konflikten verstärken sich und führen, zusammen mit dem Verlust sozialer Kontakte und psychischen Belastungen, zu langfristigen Problemen für die Kinder. Bildungsdefizite infolge von Notlagen verschärfen Armut und Ungleichheit langfristig.[1].
Wo dies dennoch der Fall ist, darf Bildung in Konfliktzeiten nicht von nationalistischen oder sektiererischen Kräften instrumentalisiert werden. Wenn Konflikte durch Nationalismus oder religiöse bzw. weltanschauliche Unterschiede geschürt werden, müssen Schulen Orte der Neutralität und Sicherheit sein – sowohl physisch als auch psychisch.
In Russland haben wir erlebt, wie Geschichtsbücher zur Rechtfertigung des Krieges in der Ukraine benutzt wurden;[2]. In Myanmar wurden Lehrer, die sich der Militärjunta widersetzten, entlassen; und in Afghanistan haben die Taliban Mädchen den Zugang zu Bildung verweigert und zahlreiche Themen aus den Schulen gestrichen, die gegen die Scharia verstoßen, darunter auch das Thema Menschenrechte.[3]. Eine säkulare, auf Rechten basierende Bildung muss für alle Kinder jederzeit gewährleistet sein.
Gemeindevorsteher, darunter auch religiöse und spirituelle Führer, haben die Pflicht, Kinder in Konflikten zu schützen. Allzu oft wird diese Pflicht vernachlässigt. Sie müssen Versöhnungsbemühungen fördern und sich zu Wort melden, wenn Kinder Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind, insbesondere solchen, die im Namen der Religion begangen werden, wie beispielsweise sexuelle Gewalt.
Schließlich muss dort, wo die normale Ordnung in Konfliktsituationen zusammenbricht, die Stimme der Kinder im Mittelpunkt stehen. Durch eine sinnvolle Auseinandersetzung mit Kindern und die Achtung ihrer Rechte, einschließlich des Rechts auf Gedanken- und Meinungsfreiheit, können wir sicherstellen, dass Kinder ihre eigene Zukunft und die ihrer Altersgenossen mitgestalten können.
Danke.
[1]. https://concernusa.org/news/how-does-war-affect-education/
[2]. https://www.amnesty.org/en/latest/news/2023/09/ukraine-russia-new-history-textbook-is-a-blatant-attempt-to-unlawfully-indoctrinate-school-children-in-russia-and-russian-occupied-ukrainian-territories/
[3]. https://unama.unmissions.org/sites/default/files/2025-12/SG%20Report%20Afghanistan%20S-2025-789.pdf
„Kinderrechte im Konflikt“, Humanisten International